Todoist vs TickTick: ein ehrlicher Vergleich
Beide sind solide Aufgabenplaner. Beide haben treue Nutzer, und das aus guten Gründen. Hier steht, worin sie sich unterscheiden, und warum eine dritte Möglichkeit einen Blick wert sein könnte, wenn du in nächsten Schritten denkst.
Der Vergleich
Grundhaltung
Ein sauberer, konzentrierter Aufgabenplaner. Todoist macht eine Sache gut: Aufgaben erfassen und ordnen. Es ist über die Jahre schlank geblieben und hat der Versuchung widerstanden, eine Projektmanagement-Suite zu werden.
Eine Rundum-App für Produktivität. TickTick bringt Aufgaben, Gewohnheiten, einen Pomodoro-Timer und einen Kalender an einem Ort zusammen. Wenn du alles unter einem Dach willst, ist das das Angebot.
Aufgaben erfassen
Die Eingabe in natürlicher Sprache ist die Stärke von Todoist. Tipp "zahnarzt anrufen morgen um 14 uhr @besorgungen", und es erkennt Datum, Uhrzeit und Label von allein. Das schnelle Anlegen funktioniert überall.
Versteht ebenfalls natürliche Sprache, mit ähnlicher Erkennung von Daten und Tags. Das schnelle Anlegen ist flott, wenn auch eine Spur weniger fein als bei Todoist. Beide können Erfassen.
Ordnen
Projekte und Abschnitte für die Struktur, Labels zum Auszeichnen, Filter für eigene Ansichten. Mächtig, verlangt aber etwas Einrichtung, damit es zu einer bestimmten Arbeitsweise passt. GTD geht mit Behelfslösungen.
Listen, Tags, Ordner zum Gruppieren von Listen und smarte Listen. Eine Ansicht als Eisenhower-Matrix bietet zusätzlich eine Sortierung nach Dringlichkeit und Wichtigkeit, die Todoist nicht hat.
Wiederkehrendes und Erinnerungen
Starke Unterstützung für Wiederkehrendes in natürlicher Sprache. "Jeden Montag" oder "alle 3 Tage" versteht es sauber. Einfache Erinnerungen sind im kostenlosen Tarif dabei, eigene Erinnerungszeiten stecken im Pro-Tarif.
Genauso gut bei wiederkehrenden Aufgaben, dazu Gewohnheiten mit Streaks und Statistiken. Wenn du neben deinen Aufgaben Gewohnheiten aufbauen willst, hat TickTick die Nase vorn.
Fokus und Zeiterfassung
Kein eingebautes Pomodoro. Eine Aufgabe zu messen heißt, eine Anbindung wie Toggl oder Clockify zu ergänzen, und die Uhr läuft dann in diesem anderen Werkzeug.
Ein Pomodoro-Timer ist eingebaut, mit weißem Rauschen und Fokusstatistiken. Für viele ist allein diese eine Funktion der Grund, warum sie TickTick gewählt haben.
Was der kostenlose Tarif hergibt
Genug für ein kleines System: eine Handvoll aktiver Projekte, Labels, einfache Erinnerungen und kleine Dateianhänge. Mehr Filteransichten, größere Anhänge, die Kalenderansicht und Sicherungen stecken im Bezahltarif.
Ein großzügigerer Anfang, mit mehr Listen als im kostenlosen Tarif von Todoist und einem Pomodoro-Timer samt einfacher Gewohnheitsverfolgung obendrauf. Premium ist der Ort für die vollständigen Kalenderansichten, eigene Filter, ausführliche Fokusstatistiken und höhere Grenzen bei Gewohnheiten und Listen.
Plattformen
Überall verfügbar: Web, Desktop, Handy, Browser-Erweiterungen, E-Mail-Zusätze, Smartwatch-Apps. Ein tiefes Ökosystem an Anbindungen.
Ebenfalls breit verfügbar: Web, Desktop, Handy, Browser-Erweiterungen. Etwas weniger Anbindungen von Dritten als bei Todoist, aber alle wichtigen Plattformen sind abgedeckt.
Welches also nehmen?
Wenn du einen sauberen, konzentrierten Aufgabenplaner willst, mit starker Eingabe in natürlicher Sprache und einem gewachsenen Ökosystem an Anbindungen, ist Todoist schwer zu schlagen.
Wenn du mehr eingebaute Funktionen willst (Gewohnheiten, Pomodoro, eine Eisenhower-Matrix), ohne zu weiteren Apps zu greifen, deckt TickTick mehr an einem Ort ab.
Beides sind gute Werkzeuge. Die eigentliche Frage ist, ob eines von beiden zu der Art passt, wie du über deine Arbeit denkst.
Und wenn Fristen gar nicht der Punkt sind?
Todoist und TickTick ordnen deine Arbeit beide danach, wann etwas fällig ist. Das funktioniert gut, wenn dein Leben an Terminen hängt. Wenn du diesen Weg aber schon versucht hast und bei einer wachsenden Liste roter Badges gelandet bist, liegt es vielleicht nicht an dir. Vielleicht liegt es am Modell.
tingdo geht anders vor. Der Startbildschirm ist kein Kalender und keine Heute-Ansicht. Er ist deine Liste der nächsten Schritte, geordnet nach Kontext: Dinge, die du am Rechner tun kannst, Dinge, für die du telefonieren musst, Besorgungen unterwegs.
Keine Fristen, außer du hast wirklich eine. Kein Überfällig-Status. Kein schlechtes Gewissen. Eine ruhige wöchentliche Durchsicht hält das System ehrlich. tingdo ist ein GTD-Aufgabenplaner, die Methode Getting Things Done ist also der Normalfall und keine Behelfslösung.
#besorgungen
- Hafermilch kaufen
- Paket zur Post bringen
- Rezept in der Apotheke abholen
#computer
- Projektangebot für Q2 entwerfen
- Das vergessene Abo endlich kündigen
- Marcos E-Mail beantworten
Gebaut für Leute, die in nächsten Schritten denken
Kein Druck durch Fristen
Fristen gibt es für echte Fristen. Alles andere wird nach Kontext und Absicht geordnet.
Eine geführte wöchentliche Durchsicht
Eine ruhige Durchsicht Schritt für Schritt, die deine Projekte in Bewegung hält. Ein Eintrag nach dem anderen, ohne Überforderung.
Erfassen ohne Reibung
Tipp + und einen Titel in die Next Bar. Das ist der ganze Vorgang. Projekt, Kontext und Frist sind freiwillig.
Nimm deine Aufgaben mit
Exportier deine Aufgaben aus Todoist oder TickTick als CSV und importier sie in tingdo. Deine Projekte und Tags kommen mit.
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